Ja, auch ich überlege auszutreten.
Ist ja gerade im Trend - sogar bei Abgeordneten ...
Bei mir geistert die Überlegung aber schon etwas länger durch den Kopf.
Einerseits bin ich in eine SPD unter Gerhard Schröder eingetreten, die für eine neue Zeit stand. Ich erlebte einen neuen Kanzler - seit ich Fernsehschauen konnte war da immer nur ein breiterer Pfälzer.
Ein Kanzler- Nein zu einem Krieg war für mich ein Anlass an „meine“ SPD zu glauben. Eine Partei für Frieden und für klare Entscheidungen entgegen fadenscheiniger Argumente oder „Beweise“.
Auch die Änderungen am sozialen Netz waren für mich absolut verständlich und spiegeln eher mein sozial-liberales Politikverständnis wieder.
Zum ersten Mal an meiner Partei zweifelte ich, als Einige anfingen im Vorstand Stühle umzuschmeißen. (Mitläuferinnen hatte ich doch tatsächlich mit meiner Stimme im Kampf um den Landtag unterstützt.)
Dann kam da auch noch ein etwas breiterer Pfälzer daher – in seiner Art erinnerte er mich doch zu sehr an den anderen Pfälzer. (Eigentlich habe ich ja nichts gegen Pfälzer, aber die beiden …)
Was folgte war eine Anbiederung an eine „Horde“ Polemik-Glaubender Linker, die nicht wahrhaben wollen, dass Traum & Realität meist weit auseinander liegen.
Das Aufweichen der Agenda 2010 taugt nur als Wahlgeschenk, dass der von mir hochgeschätzte Münte eisern an der Agenda festhielt kann ich ihm nur hoch anrechnen. Dass der Altkanzler ihm in den Rücken fällt , lässt mich an meinen politischen Vorbildern zweifeln.
Zwischendurch hat man aber auch als Bürger ab und an mal mit dem Abgeordneten vor Ort zu tun. Beim Gesetzt zur Vorratsdatenspeicherung hat „mein“ glorreicher Mitläuf Abgeordneter sich nicht mal die Mühe gemacht auf meine persönliche E-Mail zu antworten. Na ja, ich halte ihn eh nicht für besonders Bürgernah – außer er braucht Geld, denn bisher habe ich von ihm immer nur Briefe mit Überweisungsträgern bekommen.
Das Fass so richtig vollgemacht hat die SPD für mich mit Gesine Schwan – wer hat ernsthaft geglaubt, dass sie eine Chance hätte und das diese Aktion dem Ansehen der Partei beim Bürger nicht schaden würde?!
Endgültig übergelaufen ist das Fass aber mit dem Gesetzt zur Zensur – oder wie es die Regierung Bürgerverträglicher auch immer genannt hat.
So sitze ich hier, bin von meiner Partei stark enttäuscht und wäge ab, ob ich austrete, oder nur bei der nächsten Wahl meine Stimmen komplett anders verteile.
Heute werde ich wohl nicht austreten, aber das hat einen anderen Grund: Ich finde mein Parteibuch nicht mehr.
Hmm ich kann dich verstehen. Meine Familie war auch schon immer SPD gerichtet aber in den letzten Jahren verflog all dies. Im Grunde muss das jeder selbst wissen...